| InterSpace ist ein Kooperationsprojekt,
das von Microsoft Research finanziert wird, um neue Interaktionstechniken
für Gruppen unter Verwendung von mehreren unterschiedlichen
Geräten zu erforschen.
Interaktion mit mehreren & verschiedenen
Geräten
Die heutigen Benutzungsschnittstellen sind für die Interaktion
mit einem Standard Desktop-PC entwickelt worden, einem Einzelarbeitsplatz
mit Bildschirm, Tastatur und Maus. Computer werden heute aber auch
in Räume, Tische, Wände und in Kleidung eingebettet. Neue
mobile Geräte in neuen Formen werden entwickelt. Viele dieser
Computer werden keine universell einsetzbaren Maschinen mehr sein,
sondern sog. „Information Appliances“, die auf einen
bestimmten Anwendungszweck zugeschnitten sind. „Ubiquitous
computing”-Umgebungen werden mit diesen Geräten ausgestattet.
Dadurch ergeben sich auch völlig neue Anforderungen an Benutzungsschnittstellen.
Um eine koherente Benutzung zu ermöglichen, ist es nötig
geräteunabhängige „Interaktoren“ zu definieren.
Unterstützung von Zusammenarbeit
„Ubiquitous computing“-Umgebungen werden von vielen
Personen zur Zusammenarbeit genutzt. Durch die Verschiedenheit der
Geräte, muss die Software so beschaffen sein, dass sie auch
dann Zusammenarbeit ermöglicht, wenn verschiedene Geräte
benutzt werden. Einige Geräte, wie interaktive Tische oder
Wände, bieten weitere Herausforderungen für die Software:
Mehrere Personen können zusammen an einem einzigen Gerät
arbeiten. Dabei muss die Benutzungsschnittstelle so gestaltet sein,
dass Interferenzen vermieden werden.
Persönliche und öffentliche Geräte
Einige Geräte, wie z.B. kleine PDAs, eignen sich zur persönlichen
Benutzung. Im Gegensatz dazu bieten sich große interaktive
Bildschirme zur Unterstützung von Gruppenarbeit an. Sie können
jedoch auch für den Zugriff auf persönliche Informationen
genutzt werden. Zusätzlich beeinflußt der Kontext eines
Gerätes (z.B. der Ort oder die Gegenwart anderer Personen)
die Aktivitäten, für die es benutzt wird. Ein interaktives
Whiteboard, das in einem Büro steht, würde als geeigneter
zum Betrachten persönlicher Informationen angesehen, als wenn
es in einem belebten Foyer stünde. Wenn Informationen in Sitzungen
erzeugt werden, muss definiert sein, wer Zugriffrechte nach der
Sitzung behält. Dabei sollte ein fließender Übergang
von persönlich zu öffentlich möglich sein.
Integrierte Umgebungen: Benutzer, Geräte,
Kontext
Eine Umgebung kann für ihre Benutzer nur dann von Nutzen sein,
wenn sie menschenzentriert entworfen wurde. Dabei hat der Kontext
einen signifikanten Einfluss auf das Design. Software kann eine
gezieltere Unterstützung bieten, wenn der Nutzungskontext berücksichtigt
wird. Dabei beschreibt „Kontext“ alles, was die Ausführung
einer Aufgabe beeinflusst. Beispiele dafür sind der Ort, die
Aufgabe, Personen oder verfügbare Geräte. Für eine
kohärente Nutzungserfahrung ist es wichtig, dass Benutzer sich
auf eine konsistente Benutzungsschnittstelle verlassen können,
die alle verfügbaren Geräte einschließt. Dies steht
jedoch im Gegensatz zu der Forderung nach Schnittstellen, die auf
die jeweiligen Geräte angepasst sind. Interaktionsstile und
Schnittstellenkonzepte müssen entwickelt werden, um auf der
einen Seite abstrakt und unabhängig von dem benutzten Gerät
zu sein, auf der anderen Seite jedoch für diese Geräte
zugeschnitten, ohne aber die globale Konsistenz zu gefährden.
Ansprechpartner
Peter Tandler
(tandler@ipsi.fhg.de)
|